Geschichte


Konsolidierung des Ancien Régime


Ab 1500 scheint sich die Situation der Suonen- zu stabilisieren. Trotzdem bleibt die Wasserfrage während des ganzen Ancien Régime ein drängendes Thema. Die Konflikte machen deutlich, dass ein neues Gleichgewicht zwischen und innerhalb der Gemeinden gefunden werden muss und dass die bestehenden Trassen verbessert werden müssen. Nach den Hinweisen des Kantonalen Inventars der Suonen werden die Neubauten immer rarer. Von 87 Suonen, deren Datum des Arbeitsbeginns bekannt oder annähernd bekannt ist, werden nur 18 zwischen 1500 und 1800 angelegt, während in jedem der „wichtigen Suonen-Jahrhunderte“ – dem 14., 15., 19. und 20. Jahrhundert – etwa ebenso viele oder sogar mehr gebaut wurden.

Selbst genaue Untersuchungen erlauben es nicht, über das Stadium der Hypothesen hinauszugehen. Die plausibelste ist jene der Klimaveränderung. Ab dem Beginn des 14. Jahrhunderts wird das Klima in Europa kälter und feuchter als zwischen dem 9. und dem 13. Jahrhundert. Eine „kleine Eiszeit“ war vor allem im 17. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgeprägt. Der doppelte Einfluss eines kälter werdenden Klimas und der Zunahme von Niederschlägen lässt die Alpengletscher mächtig wachsen und bis in die Täler vorstossen. Das wäre eine Erklärung, warum die Schriften bezüglich der Suone von Levron nach der Mitte des 17. Jahrhunderts rar geworden sind. Die Suone scheint stillgelegt worden zu sein, bevor sie den Bewohnern von Vollèges „ausgeliehen“ und zwischen 1834 und 1839 wieder hergestellt wurde.

In andern Regionen behalten die Suonen jedoch ihre Bedeutung. Die Funktionsweise Instandhaltung und Verteilung wurden verfeinert und normiert.Es entstehen ausgeklügelte, durchorganisierte Systeme.

Fortsetzung : Ausweitung der Suonen im 19. Jahrhundert


Savièse, 1894 © Albert Franzoni